Frauen Chronik

Bereits 1976 fand auch eine Gruppe von Frauen Spaß am Spiel mit dem runden Leder. Ohne einen verantwortlichen Trainer trafen sich die Frauen zu einem eigenen, regelmäßigen Training. Es dauerte nicht lange, bis sich eine erste komplette Frauenfußballmannschaft gebildet hatte, die anfangs zunächst begann, sich mit anderen Frauenfußballmannschaften in unregelmäßigen Freundschaftsspielen zu messen. Im Jahr 1978 etablierte sich die Frauenfußballmannschaft und die Freundschaftsspiele wurden regelmäßig ausgetragen. Gegner zu dieser Zeit waren beispielsweise der C.C. Fürstenhagen, Jahn Kassel, Oberhone und Rossbach. Die Spiele wurden meist sehr hoch gewonnen, so dass 1983 der Entschluss gefasst wurde, die Mannschaft zum offiziellen Spielbetrieb anzumelden.

Mit der damaligen Spielertrainerin Anne Boor gewannen die Frauen schon in der ersten Saison 1983/84 die Meisterschaft in der Kreisliga A, Bezirk Kassel (Gruppe 1). Mit einer Bilanz von 24:0 Punkten und einem hervorragenden Torverhältnis von 107:12 Toren, war diese Meisterschaft von Anfang an nie in Gefahr. Auch die Hallenmeisterschaft konnten die Frauen für sich entscheiden. Nach diesem Aufstieg spielten die Frauen in der Bezirksliga Kassel und belegten am Ende der Serie den sechsten Tabellenplatz.

Mit dem Ausscheiden von Anne Boor 1986 bekam die Frauenmannschaft mit Herbert Kreger 1987 einen neuen Trainer.

Herbert Kreger wurde 1991 von Norbert Stenzel abgelöst. 1993 spielte die Frauenmannschaft, die zu diesem Zeitpunkt schon zehn Jahre bestand, noch immer in der Bezirksliga Kassel, die im Zuge der Klassenreform 1987 in die Bezirksoberliga umbenannt wurde. In all den Jahren fanden sich die TSG-Frauen am Ende einer Serie zumeist im Mittelfeld der Tabelle wieder, verpassten dann aber zweimal (Saison 1993/94 und Saison 1994/95) den möglichen Aufstieg bei einem undankbaren dritten Tabellenplatz nur knapp. Das sollte sich am Ende der Saison 1995/96 ändern, als die TSG-Frauen als Meister der Bezirksoberliga Kassel in die Landesliga Nord aufstiegen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Frauenfußballmannschaft der TSG Kammerbach die klassenhöchste Mannschaft im ganzen Werra-Meißner-Kreis.

Gleich in der ersten Saison in der Landesliga 1996/97 erreichten die Frauen mit 40 Punkten am Ende der Serie einen guten vierten Tabellenplatz. Werner Hoche, der zunächst lediglich als Interimstrainer eingesetzt war, hatte das Traineramt der Frauenmannschaft von Norbert Stenzel übernommen.

Im zweiten Jahr seiner Amtsperiode (Saison 1997/98) konnten sich die Frauen am Ende der Serie sogar über einen zweiten Tabellenplatz freuen. Da der TSV Villingen, Meister der Landesligasaison 1997/98, auf sein Aufstiegsrecht verzichtete, war die Frauenfußballmannschaft der TSG Kammerbach als Zweitplatzierter direkter Aufsteiger in die höchste hessische Spielklasse, die Oberliga Hessen.

Diese erste Oberliga-saison 1998/99 war für die TSG-Frauen ein großes Abenteuer. Leider folgte eine hohe Niederlage der nächsten und die Frauenmannschaft konnte in der Hinserie nur ein einziges Unentschieden bejubeln. Auch drei Siege nach der Winterpause konnten letztendlich den sofortigen Abstieg nicht verhindern. Am Ende dieser Serie wurde Werner Hoche als Trainer von Anne Boor abgelöst, die nun bereits zum zweiten Mal die Frauen trainierte.

Für die nun kommende Saison 1999/00 wurde erstmals eine zweite Frauenmannschaft gegründet, die auf einem verkleinerten Spielfeld gegen andere Mannschaften antrat. (Sie wurde allerdings bereits nach zwei Spielserien aufgrund Spielermangels wieder abgemeldet.) Bereits nach dem sechsten Spiel der Hinserie zog sich die Trainerin Anne Boor eine Knieverletzung zu und gab das Training vorübergehend an Wolfgang Wolff ab.

Am Ende der Spielserie 1999/00 stand die Frauenmannschaft wiederum auf dem ersten Tabellenplatz, verzichtete aber auf das Aufstiegsrecht, weil durch Verletzungen und Schwangerschaften zu wenig Spielerinnen für eine anstrengende Oberligasaison zur Verfügung standen.

Für die Saison 2000/01 wurde Robert Bokhorst als neuer Trainer verpflichtet, der seine Mannschaft erneut zur Meisterschaft in der Landesliga führte. Das Abenteuer Oberliga wurde 2001/02 nun zum zweiten Mal in Angriff genommen. In dieser Saison konnte sich die Mannschaft schon besser behaupten. Die Niederlagen fielen nicht mehr allzu hoch aus und es konnten einige Punkte gesammelt werden. Am Ende der Serie hätte die Mannschaft Relegationsspiele gegen den Abstieg austragen können, verzichtete aber freiwillig, weil vier Ausfälle von Spielerinnen zu verzeichnen waren und damit zu viele Nachwuchsspielerinnen aus der Jugendmannschaft nachrücken mussten. Die daraus resultierende Mannschaftsstruktur hätte den Verbleib in der Oberliga nicht sichern können. Somit spielten die Frauen in der Saison 2002/03 wieder in der Landesliga. Aufgrund Spielermangels und einer im Grunde völlig neu formierten Mannschaft fand sich die Frauenmannschaft am Ende dieser Serie auf dem sechsten Tabellenplatz wieder und belegten am Ende der kommenden Serie 2003/04 den undankbaren dritten Tabellenplatz. Bereits in der laufenden Hinserie hatte Robert Bokhorst das Traineramt wegen unüberwindbarer Differenzen niedergelegt und die Frauenmannschaft trainierte sich selbst. Otto Lange übernahm schließlich das Training bis zum Ende der Serie.

In der Saison 2004/05 bekam die Frauenmannschaft mit Wolfgang Wolff einen neuen Trainer. Er führte die Mannschaft souverän zur Meisterschaft der Landesliga Nord. Beim entscheidenden Spiel in Hönebach waren viele Kammerbacher Fans angereist und feierten den Sieg ihrer Frauenmannschaft.

In dieser dritten Oberligasaison 2005/06 führte Wolfgang Wolff die Frauenmannschaft zu einem gesicherten achten Tabellenplatz. Umso trauriger war die Mannschaft, als er am Ende der Serie seinen Abschied verkündete.

Da sich auch zu Beginn der Serie 2006/07 noch kein neuer Trainer gefunden hatte, wurde das Training notgedrungen von den Frauen wieder selbst in die Hand genommen. In der Winterpause wurde dann Gisbert Wedekind als neuer Trainer verpflichtet, der die Mannschaft allerdings nach der Serie schon wieder verließ. Die Frauenmannschaft verlor beide Spiele der Abstiegsrelegation und verließ nun zum dritten Mal die Oberliga.

Zu Beginn der neuen Saison 2007/08 bekam die Frauenmannschaft glücklicherweise einen neuen, sehr engagierten Trainer, Karl-Martin Weinzierl, der eine neue Herausforderung suchte. Diese Entscheidung wurde gleich in seiner ersten Serie mit dem Meistertitel der Landesliga Nord belohnt, pünktlich zum 25-jährigen Bestehen der Frauenfußballmannschaft. Er konnte die Frauen mit seiner begeisternden Art motivieren und war ständig auf der Suche nach neuen Spielerinnen, die die Mannschaft unterstützen konnten. So kam es, dass für die nächste Serie so viele Spielerinnen zur Verfügung standen, dass wieder eine Zweite Frauenmannschaft gegründet werden konnte, die die Kreisliga A am Ende der Serie mit einem guten dritten Tabellenplatz abschloss.

Die Erste Frauenmannschaft schlug sich in der nun vierten Oberligasaison 2008/09 unerwartet gut. Das ursprüngliche Ziel, der Nichtabstieg, wurde mit einem siebten Tabellenplatz am Ende der Spielserie mehr als erreicht. Das lässt auch für die folgenden Jahre auf hochklassigen Fußball im kleinen Örtchen Kammerbach hoffen.

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